Jan Garbarek

Samstag 8. Juli 2017 | 20.30 Uhr | Rathaus / Arkadenhof

Fotos: Guri Dahl, Beat Allgaier, Jan Garbarek MGMT

Der 1947 im norwegischen Mysen geborene Saxofonist Jan Garbarek hat dem europäischen Jazz schon früh Weltgeltung verschafft. Später dann entdeckte er den Reiz des elegischen Tons und den melodischen Schatz der skandinavischen Folklore. Lange schon ist er der erfolgreichste europäische Saxophonist.

Bei seinen Konzerten steht er stets in leichter Schräglage auf der Bühne. Was weht ihm da aus dem Auditorium entgegen? Harmoniebedürfnis? Diffuse Erlösungssehnsüchte? Wünsche nach Heilung von den Wunden der Zivilisation? Wohl von allem etwas. Mit Emphase stemmt sich Garbarek gegen dieses Lüfterl und befriedet mit der herb-süßen Melancholie seines Saxofonspiels sämtliche böse Geister.

In den Sechzigerjahren hatte er die Gelegenheit auf einem Album des amerikanischen Avantgardisten George Russell mitzuwirken. Von ihm lernte er, dass es keine falschen Noten gibt. Das vermeintlich falsche Noten in den richtigen Kontext gesetzt, sogar ideale Noten werden können. Wie Miles Davis hat sich Garbarek früh zum Prinzip, Freiheit aus der Reduktion zu gewinnen, bekannt. Seine Arbeiten mit dem Hilliard Ensemble waren ebenso bahnbrechend wie seine weltmusikalischen Projekte mit Eberhard Weber und Rainer Brüninghaus.

Garbareks signifikanter Ton transzendiert sämtliche Grenzen zwischen Epochen und Genres. Dabei ist er am Instrument Autodidakt. Ob ihn das jemals geschmerzt hat? „Nein. Ich bin kein Typ, der da sitzt und sich fragt, was falsch gelaufen ist in seinem Leben. Man kriegt vom Schicksal ein gewisses Blatt in die Hand und daraus muss man das Beste machen.“ Das hat er eindrucksvoll hinbekommen.

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