Melody Gardot | Louie Austen

Mittwoch 4. Juli 2018 | 19.30 Uhr | Wiener Staatsoper

Foto: Melody Gardot MGMT

Melody Gardot

Melody Gardots Stimme gehört zu den herausragendsten Instrumenten des Vokaljazz des 21. Jahrhunderts. Die 1985 in New Jersey geborene Sängerin betört mit zartestem Stimmschmelz und fragilen Balladen. Ihre ersten beiden Alben „Worrisome Heart“ und „My One And Only Heart“ beherbergen einige der schönsten Songs seit Nina Simones Abgang aus dieser Welt. Als Gastsängerin veredelte sie zudem Alben von Trompeter Till Brönner und Chansonière Juliétte Gréco.

In den Jubel über ihre Musik mischten sich zu Beginn ihrer Karriere dramatische Berichte über ihre unfreiwillige Begegnung mit einem Lastwagen. Gardot wurde als junges Mädchen von einem LKW erwischt. Die Folgen waren beinah letal. Eineinhalb Jahre Intensivstation. Um ihr Gedächtnis wieder zu erlangen, unterzog sie sich einer intensiven Musiktherapie. Die heute 32jährige leidet seither an Lichtempfindlichkeit, Migräne und geht am Stock. Das alles hinderte sie nicht an einer internationalen Karriere.

Ihre dritte Liederkollektion „The Absence“ zeigte Gardot als musikalische Weltenbummlerin, die die exotischen Klänge der Wüsten Marokkos, der Straßen Lissabons, der Tango-Bars Argentiniens sowie der Strände Brasiliens auf ihre ganz eigene Art reflektiert. Für die muskulösen, dennoch feinsinnigen Arrangements zeichnete Gitarrist Heitor Pereira verantwortlich.

Gardot zeigt sich insgesamt lebensfroher als zuletzt. Ihre passionierten Lieder klingen jetzt schon als wären sie Evergreens. Sie locken in Gefilde, wo die Zeit stehen geblieben zu sein scheint und die Menschen noch Kraft für große Gefühle entwickeln.

Foto: Louie Austen MGMT

Louie Austen

Der österreichische Entertainer und Crooner Louie Austen ist ein Mann mit vielen Talenten und viel Herz. Nicht nur Jazzstandards von Sammy Davis Jr. und Frank Sinatra sind in seinem Repertoire, auch in der Electronic Music Szene ist er fest verankert. Louie Austen wird beim Jazz Fest Wien dem 2017 verstorbenen Wienerlied-Heroen und Jazz-Akkordeonisten Karl Hodina seine Reverenz erweisen.

Auf der Suche nach neuen Projekten hat Louie Austen den Komponisten Karl Hodina näher studiert und dabei die Genialität der Lieder kennengelernt. Die Kompositionen gehen weit über den normalen Horizont eines Wiener Liedes hinaus und haben die Qualität eines Carlos Jobims und einen Schwerpunkt in Richtung Jazz.

Diese Tatsache bewog Austen, mit den Musikern Tommy Hojsa, der als Musiker am Burgtheater beschäftigt ist und den Bassisten Edi Mayr, der mit Karl Ratzer unterwegs ist, eine neue Interpretation dieser Lieder zu produzieren. Der Produzent ist der Schlagzeuger Andy Winkler, als Saxophonist wurde Thomas Faulhammer gewonnen. Es entstand eine neue funky, jazzy, groovy, Musik, die zwischen Bee Gees und earth-wind&fire einzuordnen ist.