Norbert Schneider Special

Montag 2. Juli 2018 | 19.30 Uhr | Wiener Staatsoper

Fotos: Stefanos Notopoulos, Georg Buxhofer, Alexander Gotter

Norbert Schneider sind wohl mehrere. Und das ist jetzt gar nicht auf den Namen bezogen. Der mit einem Staatsoperauftritt beim Jazz Fest Wien geadelte Sänger und Gitarrist hat nämlich schon mehrere musikalische Existenzen gelebt. Zunächst begab sich der in Wien geborene, aber im Waldviertel aufgewachsene Musiker auf den Pfad des Blues. Der Autodidakt an der Gitarre begleitete bald legendäre Blueser Big Jay McNeely und Louisiana Red, schaffte es zu Cameoauftritten von R&B-Granden wie Red Holloway. Auch einen Auftritt im Vorprogramm von B.B. King absolvierte er souverän. Dann folgte eine Phase, in der Schneider in Bands brillierte. Die hatten so klingende Namen wie Voodoo Surfers und Lego Steiner.

2010 schließlich suchte er Fühlung mit Ö3. Der Sender half ihm und seiner unkonventionellen Adaption des Hopeton-Lewis-Reggae „Take It Easy“ auf Platz 2 der heimischen Charts. Im selben Jahr brachte er mit „Tailormade“ sein erstes, sehr radiotaugliches Popalbum heraus. Dessen Highlights waren Songs wie das pulsierende „Train“, wo Schneider ein wenig in die attraktiven Fahrwasser von John Mayer abdriftete. Oder das gospelige „I Need More Time“, wo ein gewisser Curtis-Mayfield-Einfluß vernehmbar wurde, auch weil sich Schneider in den Falsettmodus wagte.

2013 erfand er sich abermals neu. Ab sofort trat er in feschen Anzügen und mit scharfem Scheitel auf. Noch wichtiger war aber die Aufnahme des Albums „Schau ma mal“, auf dem er –tiefenentspannt- zum Wiener Dialekt wechselte. Mit seiner 2016 veröffentlichten Liedersammlung „Neuaufnahme“ wagte er sich gar an eine Hommage an die Liedkunst des sakrosankten Georg Danzer. Das hochsolide Album wurde höchst erfolgreich. Nicht nur beim Publikum, auch bei jenen, die Preise verleihen. Den Amadeus Austrian Music Award gewann er 2014 und 2016.

Für das Jazz Fest Wien wird Norbert Schneider exklusiv ein nie dagewesenes Sonderprogramm darbieten. Mit grandioser Band wird er die verschiedensten Einflüsse und Stile aus seiner über 20-jährigen Karriere verbinden und auch den einen oder anderen Überraschungsgast auf die Bühne bitten.