Bobby McFerrin „Gimme5“

Montag 8. Juli 2019 | 19.30 Uhr | Wiener Staatsoper

Foto: Bobby McFerrin MGMT

Wie sehr einen die Kraft der Musik verändern kann, hat der 1950 geborene Stimmakrobat Bobby McFerrin am eigenen Leib erfahren. Als er 1971 ein Konzert von Miles Davis in Los Angeles besucht, war er schon einige Jahre Musiker. Seine Zukunft sah er im Komponieren und Arrangieren von TV- und Filmmusik. Nach Ende des Konzerts war er ein anderer. „Mein ganzer Körper vibrierte, ich konnte spüren, dass etwas mit mir passiert war.“ Von diesem Tag an, verschrieb er sich der Improvisation. Rasant entwickelte er die von Jon Hendricks begründete Vocalese-Schule weiter, in dem er das Call & Response-Prinzip und perkussive Elemente integrierte.

Der Mann trägt viele Hüte, wie man in den USA zu sagen pflegt. Er ist Klaviervirtuose, Stimmakrobat, Dirigent und letztlich auch ein meisterlicher Lehrer. Als musikalisches Chamäleon, das sich zwischen Jazz, Klassik und R&B tummelt, hatte er 1988 sogar das Glück einen unerwarteten Welthit lancieren zu können. Er hieß „Don´t Worry, Be Happy“. Diese Message hat er sich dann doch nicht zu Herzen genommen und brav weiter geackert.

Statt sich zu wiederholen, pirschte er sich mehr und mehr in die Welt der klassischen Musik vor, dirigierte große Orchester, nahm Mozartplatten mit Chick Corea auf und legte mit dem Album „Paper Music“, überaus interessante Sammlung von Bach- und Fauré-Kompositionen vor, bei denen er seine vielseitige Stimme als Soloinstrument einsetzte. 2012 brillierte McFerrin beim Jazzfest Wien mit WeBe3, einem frei improvisierenden Vokaltrio, das sich aus seinem „Voicestra“ abgespalten hat. 2013 begeisterte er mit seiner Lesart des „Negro Spiritual“. Er bot Klassiker wie „Wade In The Water“, „Fix Me Jesus“ und „Joshua Fit The Battle Of Jericho“.

Getrost kann man jetzt schon seine Stimmbänder ölen. In der Wiener Staatsoper wird er unter dem Titel „Gimme5“ mit fünf Sängern und auch lokaler Vokalistenunterstützung sogenannte „Circlesongs“ zum Besten geben.