Jamison Ross

Dienstag 2. Juli 2019 | 20.30 Uhr | Porgy & Bess

Foto: Elton Anderson

Arme und Beine unabhängig voneinander zu bewegen, einen komplizierten Rhythmus damit zu kreieren, ist schon schwierig genug. Aber gleichzeitig dazu eine Melodie singen, das grenzt schon an ein Wunder. In der Popgeschichte gab es nicht viele, die das beherrschten. Karen Carpenter von den Carpenters war so ein Wunderwesen. Phil Collins, Buddy Miles, Sheila. E., Grant Hart und Don Henley von Eagles seien hier auch noch erwähnt. Im Jazz war es der 2017 verstorbene Grady Tate, der diesbezüglich Maßstäbe setzte. Nun gibt es wieder jemanden. Sein Name? Jamison Ross, ein 31jähriger, aus Florida stammender, in der Kirche musikalisch sozialisierter Drummer. 2012 gewann er die renommierte Thelonious-Monk-Drums-Competition. Das Label Concord bot ihm sofort einen Vertrag an. Ross griff zu. 2015 hat er dann sein Debütalbum aufgenommen und veröffentlicht. Es wurde sofort für den Grammy nominiert. Ross war damals kein Unbekannter mehr. Vor den Aufnahmen zu seinem Debüt hat er einige Jahre in der Band der Sängerin Carmen Lundy für Rhythmus gesorgt, aber auch mit dem kauzigen New-Orleans-Helden Dr. John gespielt. Und natürlich nicht zu vergessen, ist sein Engagement beim Fusion/Jazzrock-Kollektiv Snarky Puppy, zu dessen Erfolg auch er beigetragen hat. Sein zweites Soloalbum „All For One“ war dann noch gehaltvoller. Mit viel Gusto zelebriert er darauf funky Liedgut aus Lousiana. Mit souligem Trimbre singt er sich durch bekannte Szenarien von Allen Toussaint und Wilson Turbinton von den Wild Magnolias. Das meiste aber komponierte Ross selbst. Die Dringlichkeit, die seine Stimme abstrahlt, erinnert durchaus an Soulgrößen wie Donny Hathaway. Auf seinen Auftritt beim Jazz Fest Wien 2019 kann man gespannt sein.