Omara Portuondo „Omara Es Cuba“

Sonntag 7. Juli 2019 | 19.30 Uhr | Wiener Staatsoper

Foto: Omara Portuondo MGMT

Gefühlvolle Musik ist ihr Lebenselixier. Sonst würde die auch schon 89jährige Kubanerin Omara Portuondo nicht die Beschwernisse von Interkontinentalflügen auf sich neben. Im Sommer ist es nämlich endlich wieder soweit: die größte Interpretin des kubanischen Genres „Filin“ (Gefühl) wird im Rahmen Ihrer Abschiedstournee endlich wieder in der Wiener Staatsoper gastieren, wo sie zuletzt 2011 mit dem Pianisten Chucho Valdes musizierte.

Portuondos Kunst ist ganz auf der wehen Seite der kubanischen Musik verortet. Zu der gehören auch die hochmelancholischen Boleros, die von den Verirrungen der „Alma Sensual“ Zeugnis ablegen. Ihre empfindsame Seele hat sich Portuondo bis ins hohe Alter bewahrt. Immer noch passiert es ihr, dass sie beim Singen so gerührt ist, dass sie in Tränen ausbricht. Das war in Wien schon bei herrlich sentimentalen Liedern wie „Esta Tarde Vi Llover“ oder „Dos Gardenias“ zu beobachten.

Die 1930 in Havanna geborene Sängerin begann ihre Karriere 1945 im berühmten Club Tropicana zunächst als Tänzerin. 1952 gründete sie mit ihrer Schwester Haydee und zwei anderen Kolleginnen das Cuarteto las d´Aida. Zum ersten Mal kostete sie den überregionalen Erfolg. In den USA tourten sie gemeinsam mit Crooner Nat King Cole. 1959 nahm Omara Portuondo mit „Magia Negra“ ihr erstes Soloalbum auf. Während ihre Schwester Haydee in die USA emigrierte, blieb Omara auf Kuba. Als regimetreue Künstlerin konnte sie auch während der Herrschaft Fidel Castros in alle Welt reisen.

Das war vor allem ab 1997 dringend nötig. Damals war Omara Portuondo als einzige Frau beim von Ry Cooder produzierten Welterfolg „Buena Vista Social Club“ dabei. Mit späten Alben wie „Flor De Amor“ (2004) und „Gracias“ (2008) bewies sie, welche sensible Sängerin sie auch im vorgerückten Alter ist. 2009 erhielt sie ihren ersten und einzigen Grammy. Auch im vorgerückten Alter kommuniziert Omara Portuondo virtuos die Möglichkeiten der Melancholie.